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Bildung

So lesen Sie den Befund
Ihrer präoperativen Untersuchung.

Nach der diagnostischen Untersuchung erhält der Patient einen Befund mit Zahlen, Abkürzungen und farbigen Karten. Dieser Artikel erklärt, was sie bedeuten — ohne zu stark zu vereinfachen, aber ohne unnötigen Fachjargon.
Dr. Federico Mossa·FMH Ophthalmologie·April 2026·9 Min. Lesezeit

Nach der diagnostischen Untersuchung erhält der Patient auf seinem Patientenportal einen vollständigen Befund. Die Zahlen darin sind nicht zufällig — jede einzelne trägt zur Entscheidung bei, ob operiert wird oder nicht, und zur Wahl des Ablationsprofils. So lesen Sie sie.

Die Refraktion: Sphäre, Zylinder und Achse

Die Zeile, die Sie auf dem Brillenrezept sehen — zum Beispiel -3,50 -1,25 × 175° — enthält drei Informationen.

Die Sphäre (erste Zahl) gibt den Hauptfehler an. Eine negative Zahl (-3,50) bedeutet Myopie: Das Auge ist zu lang und der Fokus liegt vor der Netzhaut. Eine positive Zahl bedeutet Hypermetropie: Das Auge ist zu kurz. Null bedeutet Emmetropie — perfekte Fernsicht.

Der Zylinder (zweite Zahl) gibt den Astigmatismus an. -1,25 D bedeutet, dass die Hornhaut in einem Meridian stärker gekrümmt ist als im anderen, wodurch zwei verschiedene Brennpunkte entstehen. Je höher die Zahl, desto verzerrter das Sehen.

Die Achse (175°) gibt die Richtung des Astigmatismus an — auf wie viel Grad sich der flachste Meridian befindet. Dieser Wert ist entscheidend für den Laser: Ein Achsfehler von 10° lässt ein Drittel des Astigmatismus unkorrigiert.

Die Keratometrie: K1, K2 und Km

Die Keratometrie misst die Krümmung der Hornhaut, ausgedrückt in Dioptrien. K1 ist die Krümmung des flachsten Meridians, K2 die des steilsten Meridians, Km ist der Durchschnitt. Normalwerte liegen zwischen 42,00 und 46,00 D.

Die Differenz zwischen K1 und K2 ist der Hornhautastigmatismus. Wenn K1 43,00 und K2 44,50 beträgt, liegt der Hornhautastigmatismus bei 1,50 D. Stimmt die Differenz zwischen K1 und K2 nicht mit dem Zylinder der Refraktion überein, bedeutet dies, dass neben dem Hornhautastigmatismus ein interner (lentikulärer) Astigmatismus vorliegt — ein wichtiger Wert für die Behandlungsplanung.

Ein Km unter 41 D oder über 48 D verdient Aufmerksamkeit: Zu flache oder zu steile Hornhäute können ein weniger vorhersehbares postoperatives Verhalten aufweisen.

Die Pachymetrie: die Hornhautdicke

Die Pachymetrie ist die Dicke der Hornhaut, gemessen in Mikrometern (µm). Der mittlere zentrale Wert beträgt etwa 540 µm. Aber der wirklich entscheidende Wert ist der dünnste Punkt (thinnest point), der sich 1-2 mm vom Zentrum entfernt befinden kann.

Der Laser trägt Gewebe ab, um den Fehler zu korrigieren. Die Restdicke nach der Ablation darf nicht unter 250 µm Stroma sinken. Wenn Ihr Befund eine Pachymetrie von 490 µm und eine Myopie von -8 D zeigt, könnte die Rechnung nicht aufgehen — und das ist der Grund, warum nicht jeder operiert werden kann. Mehr dazu: Dünne Hornhäute: Wann NICHT operieren →

Die mesopische und dynamische Pupillometrie

Der Durchmesser der Pupille ändert sich mit dem Licht. Der Befund gibt den Durchmesser unter mesopischen und dynamischen Bedingungen an. Eine sehr grosse Pupille bei schwachem Licht (grösser als 7 mm) bedeutet, dass die Pupille nachts die vom Laser behandelte optische Zone überschreiten könnte — was Halos um Lichtquellen verursacht. Der Chirurg berücksichtigt dies bei der Planung der optischen Zone.

Die topografische Karte: die Farben

Die farbigen Karten des MS-39-Befundes zeigen die Hornhautkrümmung Punkt für Punkt. Warme Farben (Rot, Orange) zeigen stärker gekrümmte Zonen an — höhere Brechkraft. Kalte Farben (Blau, Grün) zeigen flachere Zonen an — geringere Brechkraft.

Eine symmetrische Karte, mit gelbem bis orangem Zentrum und grün-blauer Peripherie, entspricht einer normalen Hornhaut. Eine asymmetrische Karte — mit einer roten Insel im unteren Bereich, zum Beispiel — kann auf einen subklinischen Keratokonus hinweisen. Deshalb ist die Tomographie mit 25'000 Punkten einer einfachen Keratometrie überlegen: Die anomalen Muster treten auf der Karte hervor, nicht in den Zahlen.

Die Aberrometrie

Der Peramis-Befund zeigt die optischen Aberrationen des gesamten Auges: Aberrationen niederer Ordnung (Sphäre und Zylinder — die von der Brille korrigiert werden) und höherer Ordnung (Koma, Trefoil, sphärische Aberration — die nur der wavefront-guided Laser behandeln kann). Eine hohe Gesamtaberration kann den Chirurgen zu einem personalisierten statt einem Standardablationsprofil führen.

Die okuläre Dominanz

Der Befund gibt an, welches Auge dominant ist — das Auge, das das Gehirn für die wichtigsten visuellen Informationen bevorzugt. Dieser Wert ist entscheidend für die Korrektur der Presbyopie mit PresbyMAX: Das dominante Auge wird für die Ferne korrigiert, das nicht dominante für die Nähe.

Die ForeSight-Simulation

Das letzte Element des Befundes ist die ForeSight-Simulation: eine Karte der Hornhaut nach dem Eingriff, berechnet anhand Ihrer Daten. Es ist keine allgemeine Vorhersage — es ist eine individuelle Simulation, die die erwartete postoperative Keratometrie, das resultierende asphärische Profil und die Sicherheitsmargen zeigt. Es ist das Dokument, mit dem Sie auf der Grundlage von Daten entscheiden können, nicht auf der Grundlage von Vertrauen.

Zusammenfassung

Der präoperative Befund ist kein bürokratisches Dokument — er ist das Röntgenbild Ihrer Entscheidung. Jede Zahl hat eine direkte klinische Bedeutung. Wenn etwas unklar ist, fragen Sie. Der Optometrist und Dr. Mossa stehen zur Verfügung, um jedes Detail zu erklären. Ein Patient, der seine Daten versteht, trifft bessere Entscheidungen.

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Dr. Federico Mossa
FMH Ophthalmologie · Medizinischer Direktor CEMO
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Dr. Federico MossaFMH Ophthalmologie  ·  Medizinischer Direktor CEMO seit 2011  ·  +25'000 Eingriffe  ·  6 Publikationen: JCRS · JAMA · BJO · Eye · Springer  ·  Aktualisiert April 2026
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